Ich versuche mich jetzt mal an einer Serie von Beiträgen zum Thema Citrix Cloud. Ziel ist die Bereitstellung einer Virtual Apps und Desktops Farm mit OnPremise Ressource Location. Beginnen möchte ich mit dem Citrix Cloud Connector. Klar, es gibt noch einige organisatorische Vorarbeiten, um mit einem Citrix-Cloud-Projekt starten zu können, aber mein Fokus liegt hier auf der technischen Seite.
Eigentlich ist die Installation eines Citrix Cloud Connectors eine relativ einfache Prozedur; trotzdem habe ich in dieser Anleitung zusammengefasst, was man darüber wissen muss bzw. wissen kann. Zuerst möchte ich allerdings über die Funktion eines Cloud Connectors sprechen, damit wir besser verstehen, wie wichtig diese Komponente innerhalb unseres Control Layers für die gesamte Citrix-Infrastruktur ist.
Wie im Schaubild unten gut ersichtlich ist, stellt der Cloud Connector das Bindeglied zwischen den Virtual Apps & Desktops Services, die uns die Citrix Cloud zur Verfügung stellt, und den Ressourcen dar, die OnPremise bzw. in der Cloud (Azure, AWS und Co.) gehostet werden.
In einer klassischen Citrix Virtual Apps & Desktops Umgebung betreiben wir die Infrastrukturkomponenten StoreFront, Delivery Controller meist lokal im eigenen RZ. Wir geben für die Kommunikation untereinander die jeweiligen Services an. Fallen diese Komponenten weg, tritt der Cloud Connector an ihre Stelle. Bei der Konfiguration des VDAs fügen wir z. B. anstelle des Delivery Controllers den FQDN des Cloud Connectors hinzu. Ähnlich ist das mit Komponenten wie PVS oder auch StoreFront, die in einer Hybridumgebung weiterhin OnPremise betrieben werden können. Benötigen wir allerdings für einen Citrix Hypervisor oder PVS zur Lizenzierung einen Lizenzserver, können wir aktuell noch nicht auf den Cloud Connector zurückgreifen und müssen tatsächlich einen Lizenzserver OnPremise installieren.
Für die Installation eines Cloud Connectors melden wir uns zuerst via cloud.citrix.com in unserer Umgebung (Tenant) an. Unter Ressourcenstandorte finden wir die Möglichkeit, unsere Ressourcen in einzelne Bereiche — sinnvollerweise Standorte — einzuteilen. Damit sind nicht nur physische Standorte gemeint, sondern auch solche in Azure und Co.
Neben der Bereitstellung von Cloud Connectoren lassen sich auch Gateways, Gateway Connectoren und FAS-Server zu Ressourcenstandorten hinzufügen. 
Um einen neuen Ressourcenstandort anzulegen, klicken wir auf das Pluszeichen oben. Hierbei wird wie in dem Screenshot oben zu sehen ist der erste Ressourcenstandort angelegt. Möchte ich den Namen des Standortes ändern oder die Update Policy anpassen, nach der der Cloud Connector aktualisiert werden darf, kann ich das über die drei Punkte rechts am jeweiligen Ressourcenstandort tun.
Die Updaterichtlinie für die Connectoren ist insofern interessant, als Citrix diese eigentlich voll automatisch steuert und selbstständig durchführt — idealerweise immer in der Nacht. Trotzdem kann das bei einem 24×7-Betrieb zu Problemen führen, weswegen man die Updatezeit manuell anpassen kann. Wichtig zu wissen: Der Cloud Connector wird von Citrix verwaltet. Die Updates werden von Citrix angestoßen oder von uns manuell festgelegt allerdings wird das Update dann voll automatisch durchgeführt. Wir haben darauf keinen Einfluss. Um die Konnektivität im Falle eines Updates zu gewährleisten, empfiehlt es sich, mindestens zwei Cloud Connectoren zu installieren — idealerweise drei, da nur damit tatsächlich Hochverfügbarkeit realisierbar ist. Sollten wir die Updates der Cloud Connectoren aus irgendeinem Grund nicht durchführen, werden sie nach dem zweiten Updatezyklus von der Cloud-Verbindung ausgeschlossen. Das heißt: Sie erhalten keine Verbindung mehr zum Tenant und müssen neu installiert werden.
Nachdem wir nun den Namen und unsere Updatemethode festgelegt haben, wollen wir den ersten Cloud Connector einrichten. Hierzu klicken wir auf das große Plus bei Cloud Connectoren. Es öffnet sich ein Pop-up-Dialog, der es uns ermöglicht, den Cloud-Connector-Installer heherunterzuladen.
Nach dem Download platzieren wir die Datei cwcconnector.exe auf einer neuen Windows-Server-2019-VM, die ich aus einem Template geklont habe. Aktuell wird auch noch Windows Server 2016 sowie 2012 R2 unterstützt. Eine Cloud Connector VM sollte mindestens 4 vCPUs und 8 GB RAM haben. Idealerweise 16 GB RAM und mehr. Der Wert hängt sehr stark von der Anzahl der Benutzer ab, die über den Cloud Connector eine ICA-Session laufen haben. Möchte man den Traffic der OnPremise-Clients innerhalb des eigenen LANs halten, muss man mit einem internen StoreFront oder mit Netzwerkstandorten innerhalb der Citrix Cloud arbeiten. 
Um die Installation zu starten, machen wir einen Rechtsklick auf das Installer-Icon und wählen dort den Punkt „Als Administrator ausführen“. Tun wir das nicht, scheitert der Installationsprozess im zweiten Schritt bei der Anmeldung mit einer Fehlermeldung.
Wir bestätigen hier die UAC mit Ja damit der Installationsprozess fortgesetzt werden kann.
Der Installer führt nun selbstständig einen Verbindungstest durch. Nachdem dieser abgeschlossen ist, können wir uns anmelden, um den Cloud Connector mit dem Tenant und dem entsprechenden Ressourcenstandort zu verbinden. Hierzu klicken wir auf „Sign in and Install“
Wir benötigen Benutzername und Passwort. Solltet ihr bisher keinen Citrix-Cloud-Account haben, müsst ihr diesen erst erstellen. In der Regel läuft es allerdings so, dass eure E-Mail-Adresse einem Tenant zugewiesen wurde, wenn ihr ein Citrix-Cloud-Produkt erworben habt. Durch diese Zuweisung bekommt ihr eine E-Mail, mit der ihr euch an der Citrix Cloud registrieren könnt. Ihr seid dann automatisch Tenant-Admin und habt somit auch das Recht, einen Cloud Connector zu deployen.
Hier müsst ihr dann noch euren zweiten Faktor eingeben, den ihr bei der Einrichtung eures Accounts erstellen musstet.
An dieser Stelle wählen wir den Kunden bzw. Tenant aus, den wir verwenden wollen — falls wir mehrere zur Auswahl haben. Zusätzlich die Resource Location (Standort); wenn man nur eine hat, muss man hier nichts auswählen. Bei einem Klick auf Install beginnt die eigentliche Installation.
Nun werden alle nötigen Dienste und Komponenten installiert.
Abschließend wird eine weitere Verbindungsüberprüfung durchgeführt. Dieser Test läuft meistens ein paar Minuten und kann je nach Verbindungstyp auch mal fehlschlagen. Hier ist Geduld gefragt — sollte er fehlschlagen, einfach noch einmal probieren. 
Nachdem der Cloud Connector installiert ist, können wir im Citrix Cloud Portal prüfen, ob unter Connector im Ressourcenstandort ein entsprechender Eintrag vorhanden ist. Dort sieht man auch, wann der Cloud Connector zuletzt von Citrix aktualisiert wurde.
Das war es fürs Erste. Für einen zweiten oder dritten Cloud Connector führen wir die Schritte nach dem Download der Software erneut aus. Sind alle Cloud Connectoren installiert, können wir zum nächsten Schritt: Als Nächstes richten wir eine Hosting Connection für unsere Virtual Apps and Desktops Services ein. Dies folgt dann in Part 2 dieser Serie.






